
Kronen Zeitung
EX-KICKER FLÜCHTETE
„Wir haben die Einschläge von den Bomben gesehen“
Abgefangene Raketen, Drohnen-Angriffe, Flammen und Explosionen. Der Nahost-Krieg hat auch Bahrain getroffen. Ein ehemaliger Fußball-Profi – aktuell General Manager einer Akademie – ergriff die Flucht. Und berichtet in der „Krone“ von der prekären Situation am persischen Golf.
Ohrenbetäubender Alarm, dröhnende Fliegermotoren und Rauchschwaden. Dazu Detonationen von Raketen, Drohnen-Angriffe, die Gebäude in Flammen aufgehen lassen. Mittendrin war Stefan Rakowitz. Der vor dem Nahost-Krieg floh, wieder in Österreich gelandet ist. Endlich!
„Es war eine ganz schwierige Zeit, beklemmend“, berichtet der Ex-Fußball-Profi, der unter anderem für Hartberg und Wacker Innsbruck in der Bundesliga kickte. Erst vergangenen Sommer übersiedelte der 35-Jährige nach Bahrain, um dort den Posten als General Manager der „24N Sports Academy“ anzutreten. Doch die Freude über die neue Tätigkeit wurde auf brutale Weise gestoppt, verwandelte sich zu Durchhalte-Parolen.
„An Trainings war natürlich nicht mehr zu denken. Seit gut drei Wochen wurde das Leben dort auch komplett runtergefahren.“ Der Staat am Persischen Golf befindet sich zwar nicht im ausgerufenen Lockdown, zur Sicherheit verlassen die Menschen ihre Häuser allerdings nur in äußersten Notfällen.
„Es ist schlichtweg zu gefährlich. Auch ich war viele Tage nur in meiner Wohnung“, so „Rako“. Ständig begleitet von einem mulmigen Gefühl. „Ich will nicht von Angst sprechen. Aber wenn man sieht, wie Bomben am Himmel abgefangen werden, wird’s dir schon anders.“ Auch „Einschläge haben wir gesehen“, unter anderem wurden bekanntlich Stützpunkte der USA angegriffen...
Rückkehr offen
Mittlerweile ist der Burgenländer in Sicherheit. Gemeinsam mit einem Trainer-Kollegen ergatterte er einen Heimflug über Saudi-Arabien – Bahrains Flughafen ist immer noch gesperrt. „Das wird sich wohl so schnell auch nicht ändern. Mir tut’s aber extrem um die Leute dort leid, die teilweise gar nicht fliehen können, weil sie in anderen Ländern einfach kein Visum bekommen.“
Wie’s für ihn persönlich weitergeht, hängt von der weltpolitischen Entwicklung ab. „Ich hätte nie gedacht, dass eine derartige Situation in so einem Staat möglich ist. Vorübergehend machen wir mit den Kids viel online, auch Trainings. Irgendwann werde ich aber wieder zurückkehren.“
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